 |
Satelliten sammeln eine Vielzahl interessanter Informationen, die Ihr über das Internet
erhalten könnt. Einige tausend Kilometer weit weg am Himmel umkreisen sie die Erde,
vollgepackt mit Meßapparaten und anderer Technik. Viele dieser Instrumente machen Bilder
von der Erde -über Radar, sichtbares Licht oder mit anderen Methoden. Andere, wie die vom
Argos-Satellitensystem, können kleine Sender auf der
Erdoberfläche aufspüren und lokalisieren. Der genaue Standpunkt des Senders und
eventuell auch weitere Informationen werden aufgezeichnet und zu einer Bodenstation auf
der Erde gesendet. Genau das, was wir in unserem Albatros-Projekt brauchen! So erfahren
wir jederzeit, wo sich die Albatrosse gerade befinden, die wir auf Hawaii mit einem Sender
ausgestattet haben. Die Sender werden an den Vögeln befestigt, wenn diese sich an ihrem
Nest auf Tern (Hawaii) befinden. Von diesem Zeitpunkt an wird das Argos-System unsere
Vögel beobachten und zwar jedesmal dann, wenn einer der Satelliten gerade den Nordpazifik
überquert. Wird ein Sender erfaßt, dann wird dessen Standpunkt zu Bodenstationen in
Alaska, Virginia (USA) oder Frankreich gesendet. Letztendlich werden alle Daten in
Frankreich gesammelt, verarbeitet und jeden Tag um 7 Uhr morgens (deutscher Zeit) zu uns
nach Amerika an die Wake Forest Universität geschickt. Wir senden sie dann gleich weiter
an alle Schüler, die beim Projekt mitmachen.

Das ist der Sender 09950. Die Antenne ist nach vorne
gebogen, damit
Ihr sie sehen könnt. Normalerweise zeigt sie gerade nach hinten.
Wie sieht so ein Satellit eigentlich aus? Wenn Ihr hier
klickt, dann seht Ihr den Satelliten CZCS bevor er in den Weltraum geschossen wurde. CZCS
ist die englische Abkürzung für einen Satelliten, der Farbbilder von den Meeren und
Küstenregionen der Kontinente macht. Einige Bilder auf den Albatros-Seiten wurden von ihm
gemacht. CZCS konnte die Konzentration eines chemischen Moleküls messen, des
Chlorophylls. Chlorophyll ist der Stoff, der die Pflanzen grün macht. Die Bilder vom CZCS
haben gezeigt, wo auf der Erde viel und wo wenig von diesem Farbstoff vorkommt. Damit
weiß man auch gleich, wo Pflanzen zahlreich vorkommen und vielleicht auch, wo Tiere, die
diese Pflanzen fressen, häufig sind. Vielleicht können wir mit solchen Satellitenbildern
verstehen, warum Albatrosse bei ihrer Nahrungssuche ganz bestimmte Teile des Ozeans
überfliegen. Wie das? Nun, Albatrosse fressen Fische und Tintenfische, welche wiederum
kleine Planktontierchen (z. B. kleine Krebschen) fressen und diese fressen Algen. Die
meisten Algen sind winzige Pflanzen mit Chlorophyll, das der Satellit messen kann. Man
könnte also sagen, daß Albatrosse eigentlich von den Algen abhängig sind. Wir werden
sehen, ob Albatrosse bevorzugt algenreiche Gebiete aufsuchen. CZCS wurde 1986 vom SeaStar-Satelliten
ersetzt. Klickt hier um
genaueres über SeaStar zu erfahren und um zu sehen, wie die Menge an Chlorophyll gemessen
wird.
Satelliten sind ein tolles Hilfsmittel, um das
Wetterphänomen El Niño zu studieren. Während eines El Niños spielt das Wetter in
vielen Teilen der Erde verrückt. Im Pazifischen Ozean herrschen normalerweise Passatwinde
vor, die entlang des Äquators von Osten nach Westen blasen. Dadurch drücken sie das
Oberflächenwasser nach Westen. Dieses Wasser ist warm, denn die pralle Äquatorsonne hat
es aufgeheizt. Bei normalen Bedingungen reichert sich also warmes Wasser im Westpazifik
an.
Während eines El Niños aber fehlen diese Passatwinde und
das warme Wasser fließt zurück. Als Folge entsteht im Ostpazifik ein großer Bereich mit
hoher Wassertemperatur. Das passiert meist so gegen Weihnachten, daher auch der Name
"El Niño", das ist Spanisch für "das Christkind". Das ganze
zurückfließende Wasser bewirkt nicht nur, daß das Wasser im Ostpazifik wärmer wird,
sondern auch, daß der Meeresspiegel ansteigt und abnormal hohe Werte erreicht. Diese
beiden Dinge, der ungewöhnlich hohe Meeresspiegel und die ungewöhnlich hohe
Meerestemperatur werden auch als Anomalien bezeichnet. Während eines El Niños liegt eine
positive Anomalie vor, beide Werte sind höher als normal.
El Niños haben zahlreiche biologische und klimatische
Auswirkungen. Seevögel beispielsweise sind bei einem El Niño oft einem Mangel an Nahrung
ausgesetzt, da ihre Beutetiere Fische und Tintenfische- sehr empfindlich auf hohe
Wassertemperaturen reagieren, sie machen sich einfach aus dem Staub. Als Folge verlassen
Albatrosse und andere Seevögel, die auf Inseln nahe dem Äquator leben, manchmal sogar
ihre Nester und fliegen weit weg in Gebiete mit besseren Nahrungsquellen. Wir sind sehr
gespannt, welchen Einfluß der El Niño, der seit Ende 1997 herrscht, auf die Albatrosse
Hawaiis hat. Hier sind ein paar Informationen und Bilder zu dem 1997/98 El Niño:
- Eine Animation (bewegte Bilder) zur
Oberflächentemperatur
des Pazifiks von Anfang 1997 bis jetzt. Rote Farben zeigen Gebiete , in denen das
Oberflächenwasser wärmer als nomal ist. Die Animation ist wirklich cool, es dauert aber
eine Weile, bis Euer Computer sie geladen hat. Wenn der Computer fertig ist, müßt Ihr
einfach auf "Restart Animation" klicken. Ihr werdet sehen, daß das warme Wasser
zuerst an der Westküste Südamerikas auftaucht. Wie wird sich dieser El Niño wohl auf
Hawaii und die dortigen Albatrosse auswirken?
- Animation zur Höhe des
Meeresspiegels
während diesem El Niño. Auch diese Datei braucht etwas Zeit bis sie geladen ist, dann
aber könnt Ihr sehen, wie das ganze warme Wasser aus dem Westen zurück nach Osten
schwappt und dort zu einem Anstieg des Meeresspiegels führt. Und das alles, weil die
kräftigen Passatwinde fehlen. Die tatsächlichen Änderungen des Meeresspiegels betragen
etwa 15-30 cm, auch wenn es in der Animation nach mehr aussieht.
Chlorophyll-Konzentrationen
rund um die Galápagos-Inseln. Galápagos liegt bei einem El Niño genau in der Mitte der
Warmwasserzone. Die Bilder, die Ihr hier seht, sind vom Oktober 1983 (das war bei normaler
Wetterlage) und von Oktober 1997 (während des letzten El Niños. Der Unterschied in den
Chlorophyllkonzentrationen, also in der Dichte der Algen, ist erstaunlich! Die Bilder sind
vom CZCS (1983) und vom SeaStar-Satelliten (1997). Vieles mehr über Satelliten ist im Internet erhältlich, sucht doch
einfach nach Begriffen wie:
"Satelliten", "remote sensing"; "NASA",
"NOAA", "GOES", "AVHRR"
Das meiste davon ist allerdings in englischer Sprache.
|