Probleme mit der Fischerei

Foto von Graham Robertson ©: Ein ertrunkener
Wanderalbatros, aufgespießt an einem Haken
einer Fischerleine. Diese lange Fangleine - man
nennt die Fischerei auch Langleinenfischerei -
stammt von einem großen Fischerei-Schiff,
welches östlich von Australien auf Thunfischjagd
war. Etwa 9000 Kilometer weg von seiner
Heimatinsel South Georgia Island mußte dieser
Albatros sterben. Foto verwendet mit
freundlicher Genehmigung.
In den letzten paar Jahren haben Wissenschaftler herausgefunden, daß Albatrosse auf der ganzen Welt immer wieder Opfer industrieller Fischerei-Flotten sind. Die Langleinenfischerei auf Thunfische und Schwertfische stellt ein ernstes Problem für diese Vögel dar. Wir wissen, daß sowohl die Laysan- als auch die Schwarzfußalbatrosse Hawaiis immer wieder an den Haken dieser Leinen umkommen. Mit unserem Satelliten-Projekt wollen wir herausfinden, wo die bevorzugten Fischgebiete dieser beiden Albatrosarten sind, so daß die Fischereiflotten in Zukunft vielleicht Rücksicht auf diese für die Albatrosse wichtigen Gebiete nehmen können.

Der Ausdruck der „langen Leine" kommt ganz einfach von der enormen Länge der Leinen, die bei dieser Fischereimethode verwendet werden. Manche Schiffe ziehen Leinen mit einer Länge von über 100 Kilometern hinter sich her, an denen über 20000 Haken befestigt sind. Viele verschiedene Fischarten werden auf diese Art und Weise auf der ganzen Welt gefangen. Allein in den Gewässern rund um die Antarktis kommen jedes Jahr über 200 Millionen Haken zum Einsatz! Und ähnlich große Fischereiflotten grasen auch die anderen Ozeane dieser Erde ab und fischen sie langsam leer. Zusammen mit anders operierenden Fischereiflotten fangen sie so die teuersten Fische der Erde. Ein großer ausgewachsener Thunfisch bringt ein stattliches Gewicht von bis zu 700 kg auf die Waage und kann bis zu 90 Stundenkilometer schnell schwimmen. Die japanischen Sashami und Sushi-Märkte verkaufen die Thunfische mit der besten Qualität. Für einen einzigen Fisch werden dort manchmal über 60000 US$ gezahlt, das sind über Einhunderttausend Mark!

 
Es gibt Hinweise darauf, daß zahlreiche Albatros-Populationen wegen der Langleinen-Fischerei in ihrer Größe zurückgehen. Haken mit leckeren Fisch-Ködern ziehen schließlich auch Seevögel an. Viele Seevögel haben gelernt, den Fischerei-Schiffen zu folgen und sich ihren Fisch auch dort zu holen. Wird eine der langen Fischerei-Leinen vom Schiff ins Wasser abgelassen, dann werden den Vögeln tausende Haken mit Fleischködern präsentiert. Vögel, die diesem Schiff folgen, versuchen natürlich, diese leichte Beute zu ergattern und werden dabei oft von den Haken aufgespießt. Die „lange Leine" sinkt durch ihr hohes Gewicht ab und die gefangenen Vögel ertrinken jämmerlich. Nimmt man dieses Problem nicht ernst, dann kann jeder einzelne Haken, der so ins Meer abgelassen wird, eine tödliche Bedrohung für alle Seevögel sein. Und stellt Euch vor, in einem einzigen Jahr werden zwischen einer und zehn Milliarden solcher Haken ins Meer gelassen!

Der unfreiwillige Fang von Vögeln wird auch „Beifang" genannt. Im Jahr 1991hat allein die japanische Thunfisch-Flotte bei Fängen um Australien schätzungsweise 250000 Vögel getötet. Wahrscheinlich ist diese Zahl heute etwas kleiner, da bessere Fangmethoden eingeführt wurden, die den Beifang reduzieren. Es gibt gute Ansätze, das Beifang-Problem der Fischereiflotten fast ganz zu vermeiden. Diese schränken die Fischer und ihren Fangerfolg weder besonders ein noch sind sie übermäßig teuer -besonders nicht vor dem Hintergrund des wirtschaftlichen Wertes der erbeuteten Fische sowie des hohen ethischen Wertes der gefangenen Vögel.

Die Informationen auf dieser Seite stammen von der wirklich guten Internet-Seite des „Birdlife International Global Seabird Conservation Project"und wurden mit freundlicher Genehmigung dieser Organisation verwendet. Die Organisation setzt sich sich für den Schutz der Seevögel auf der ganzen Erde ein. Mehr an Information zur Langleinenfischerei und deren Auswirkungen auf Albatrosse findet Ihr auf der Originalseite des „Birdlife International Global Seabird Conservation Projects", einfach hier klicken (leider in englischer Sprache).

This page was last updated on August 28, 1998 08:24 AM