Prüft die Genauigkeit der Satelliten


Hin und wieder sind die vom Argos System gemessenen Positionen der einzelnen Sender nicht absolut exakt. Dies liegt an ungünstigen Wetterbedingungen oder daran, daß der Vogel gerade in einer ungünstigen Position ist, der Kontakt zwischen Sender und Satellit ist dann nicht mehr ideal. Manchmal ist auch einfach die Batterie im Sender zu schwach, um ein ausreichend starkes Signal zu geben.

Das Argos-System kann die Qualität der Signale, die vom Sender kommen, erfassen und ordnet so alle Koordinatenangaben, die es zu den Bodenstationen schickt, in Klassen ein. Koordinaten der Klasse „3" sind sehr verläßlich und beruhen auf einem einwandfreien Signal wohingegen Koordinaten der Klasse „B" den niedrigsten Grad an Verläßlichkeit haben.

Die Karten, die Ihr hier seht, zeigen die Genauigkeit der Messungen: Der Satellit hat hier die Standorte der Sender bestimmt, während die Vögel an ihren Nestern auf der Insel Española waren. Ihr Standort war also exakt bekannt und so konnten wir die Angaben der Satelliten direkt überprüfen. Española ist braun, die von den Satelliten gemessenen Standorte sind mit roten Punkten angegeben. Bedenkt, daß die Sender sich eigentlich an der östlichen Spitze der Insel befinden. Ihr seht, daß Standortangaben der Klasse B ein ganzes Stück daneben liegen.

Das Satellitensystem gibt eine dichtere Verteilung der Punkte für Klasse „A" als für „B", eine dichtere für Klasse „0" als für „A" und so weiter. Das heißt also, daß die Ungenauigkeit der Angaben zunimmt, je mehr die Qualität des Signals der Klasse „B" entspricht. Die meisten der Klasse „B"-Daten sind offensichtlich falsch, denn sie zeigen einen Vogel über dem Wasser, obwohl wir diesen Vogel zur gleichen Zeit auf seinem Nest sitzen sahen!

Doch selbst die Angaben der Klasse „B" liegen lediglich ein paar Kilometer daneben, verglichen mit den gewaltigen Flugstrecken, die von diesen Vögeln zurückgelegt werden ist dies ein nur kleiner Fehler. Es scheint also nicht sehr viel auszumachen, wenn wir bei der Studie Daten der Klasse „B" verwenden, vor allem dann, wenn die meisten Daten, die die Satelliten uns liefern, dieser Güteklasse angehören. Unten könnt Ihr sehen, wie genau die Koordinaten bestimmt werden, wenn sie auf einem Signal der Klasse 1, 2 oder 3 beruhen. In diesen Bildern haben wir die Insel um einiges vergrößert.