Unsere Folgerungen


 

Zuerst einmal mußten wir wissen, wie sehr wir den Satellitendaten trauen konnten. Wir überprüften deren Genauigkeit und stellten fest, daß selbst die Daten, die von schlechtester Qualität waren, nur etwa 10 km vom tatsächlichen Wert abwichen. Das heißt, daß die Satellitendaten verläßlich waren.

Es war nicht schwierig, aus den Daten Rückschlüsse auf unsere beiden Hypothesen zu ziehen. Alle Satellitendaten bekräftigten die zweite Vermutung: Albatrosse fliegen in der Brutzeit zur Nahrungssuche bis vor die Küste Perus. Keine der Spuren bestätigte hingegen die erste Hypothese. Die zweite Hypothese ist also um einiges wahrscheinlicher geworden.

Allerdings verfolgten wir nur fünf Vögel auf ihren Nahrungstrips. Es könnte leicht sein, daß bei einer Studie mit mehr Vögeln einige innerhalb des Galápagos-Archipels fischen oder einige sogar zu einer ganz anderen, unerwarteten Stelle fliegen. Mit unseren gesammelten Daten aber bleibt die Annahme, daß alle oder zumindest die meisten Elternvögel zum Fischen die peruanische Küste aufsuchen, am wahrscheinlichsten.

Warum aber fliegen die Albatrosse diesen weiten Weg? Wir wissen es nicht sicher, aber Ihr könnt eigene Vermutungen darüber anstellen mit Hilfe der Informationen auf der Seite Kinder benutzen Satelliten. Schaut, ob Ihr einen Unterschied zwischen der von den Albatrossen bevorzugten Region und dem Gebiet rund um die Galápagos-Inseln feststellen könnt.

Und außerdem: Was sind das dann für Vögel, die bei den Galápagos-Inseln umherfliegen und dort gesehen wurden? Wir vermuteten, daß dies Vögel sind, die gerade nicht brüten, sogenannte Nicht-Brüter. Um das zu testen, befestigten wir 1996 kleine Plastikringe an den Füßen einiger Nicht-Brüter, so daß wir sie einfach voneinander unterscheiden konnten. Die Aktivitäten dieser Albatrosse wurden in den folgenden Wochen genau beobachtet. Dabei fanden wir heraus, daß sie für ihre Nahrungssuche lediglich einen oder zwei Tage verschwunden waren. Das ist nicht lang genug, um bis zur peruanischen Küste zu fliegen, geschweige denn wieder zurück. Die Albatrosse, die wir mit Satelliten verfolgt hatten, brauchten für den einfachen Weg 4 bis 5 Tage. Fassen wir also zusammen:

  • Die Nicht-Brüter fliegen nicht zur peruanischen Küste.
  • Ihre Futter-Trips sind zu kurz, um sehr weit weg von Galápagos zu kommen.
  • Wir wissen, daß einige Albatrosse rund um Galápagos Nahrung suchen, und daß dies sehr wahrscheinlich keine Vögel mit einem aktiven Nest sind.

All dies läßt uns vermuten, daß jagende Albatrosse rund um Galápagos sogenannte Nicht-Brüter sind, allerdings haben wir diese Hypothese noch keinem genauen Test unterzogen. Wie könnten wir Eurer Meinung nach denn diese Hypothese gründlich überprüfen, wenn wir es auf wissenschaftliche Art und Weise machen wollen?

Und warum eigentlich fliegen die Nicht-Brüter nicht mit ihren Artgenossen mit zu den Küstengewässern vor Peru? Wir wissen es nicht ...