Stunden- oder vielleicht sogar tagelang können Albatrosse dahinsegeln, ohne auch nur einmal mit ihren Flügeln zu schlagen. Ein eleganter Trick die Windenergie zu nutzen, hilft ihnen dabei, segelnd große Strecken zurückzulegen. Dadurch sparen Albatrosse bei ihren gewaltigen Langstreckenflügen viel Energie ein.

Außerdem können sie -wie Ihr ja bestimmt schon wißt- Nahrung für eine ganze Weile speichern. Diese beiden Tricks –das sparsame Fliegen und das Speichern gefangener Beute- ermöglichen es den Albatrossen, wirklich weite Strecken zurücklegen zu können. Auf dieser Seite könnt Ihr lernen, wie das mit dem tagelangen Segeln geht. Vorher müßt Ihr aber erst mal was über den Wind lernen. Ganz unten auf dieser Seite gibt es einen kleinen Trick-Film, der gerade von Eurem Computer geladen wird. Allerdings werdet Ihr den nur verstehen, wenn Ihr diese Seite durchgelesen habt. Also fangt gleich an und nehmt Euch die Zeit zum Lesen, dann ist bestimmt auch der kleine Film fertig.

Der Trick vom DYNAMISCHEN SEGELN

Das Wasser an der Oberfläche eines Ozeans bewegt sich viel langsamer als der Wind, der darüber hinwegfegt. An der Wasseroberfläche wird daher der Wind von dem langsamen Wasser abgebremst. Verantwortlich dafür ist die Reibung zwischen Wasser und Luft. Der Wind ist also unten am Wasser viel schwächer als in den Luftschichten darüber. Will ein Albatros nun gegen den Wind fliegen, dann sollte er dies ganz knapp über dem Wasser machen, dort wo der Gegenwind eben am schwächsten ist. Und genau das machen diese Vögel auch. Aber sie machen noch etwas anderes und das ist das eigentlich Interessante.


Waved albatross in flight
fliegender Galápagos-Albatros von hinten.
mit freundlicher Genehmigung von © Matt Smith-Kennedy


Stellt Euch einen Albatros vor, der nach Westen fliegen will, der Wind aber weht von Süd nach Nord. Der Albatros fliegt 5 Meter über dem Wasser.
Er dreht sich nach Norden und gleitet mit dem Wind im Rücken schnell nach unten. Rasch gewinnt er an Fahrt, denn der Wind trägt ihn nach Norden und außerdem segelt er ja von einer hohen Position nach unten zum Meer. Nach einem langen Bergab-Flug dreht sich der Albatros rasch nach Westen, genau in die Richtung in die er fliegen will. Er ist jetzt sehr schnell, genauso wie Ihr, wenn Ihr bei Rückenwind mit einem Fahrrad bergab saust. Hier unten, knapp über der Wasseroberfläche wird der Wind, der von Süd nach Nord bläst, glücklicherweise von dem langsamen Wasser so stark abgebremst, daß er den Albatros gar nicht so stark stört (genau so wie wir es oben geschrieben haben). Im Vergleich zu der hohen Geschwindigkeit des Vogels, fällt der Wind also nicht sehr stark ins Gewicht. Der Albatros kann ein ganzes Stück, vielleicht so um die 100 Meter -also ein ganzes Fußballfeld- knapp über dem Wasser dahinsegeln, und all das mit der Energie von dem kleinen Sturzflug. Dafür mußte er bisher kein einziges mal mit den Flügeln schlagen. Langsam aber verliert er an Fahrt und er braucht neue Energie, um weiter segeln zu können. Er könnte also nun mit den Flügeln schlagen, um schneller zu werden, ODER ABER...

Er könnte aber auch den Winkel seiner Flügel verändern und sich nach oben tragen lassen, dorthin, wo der Wind stärker bläst. Wieder hoch oben über dem Meer angelangt nimmt er sich erneut etwas Energie vom Wind und fliegt nach unten. Die Energie dieser Talfahrt nutzt er -wie oben beschrieben- einerseits dazu, ein Stück nach Westen zu fliegen und andererseits um nachher wieder nach oben zu kommen.

Dieser ständige Wechsel im Segeln mit dem Wind und quer zum Wind ist das Geheimnis, wie Albatrosse sich fortbewegen und das alles ohne auch nur einmal mit den Flügeln schlagen zu müssen. Vielleicht habt Ihr ja schon gemerkt, daß es in der oben beschriebenen Situation am geschicktesten für den Albatros ist, wenn er beim Abwärtssegeln nach Nordwesten und später, wenn er sich vom Wind nach oben tragen läßt nach Südwesten dreht. Auf diese Art und Weise kommt er am schnellsten nach Westen, auch wenn der Wind nach Norden bläst. Und genau so machen es die Albatrosse auch.

Man nennt diese Flugtechnik dynamisches Segeln. Es ist etwas schwierig, sich das alles vorzustellen, vor allem, wenn man es das erste Mal hört. Klickt auf den Film unten und schaut Euch das kleine Video an (es sollte jetzt fertig sein). Denkt dabei an das, was Ihr hier gerade gelesen habt und beachtet die Pfeile, sie zeigen die Richtung und die Geschwindigkeit des Windes an. Ihr werdet erkennen, daß sich diese Pfeile knapp über dem Wasser viel langsamer bewegen als weiter oben in der Luft. Das ist der Knackpunkt. Lest oben noch mal nach, wenn Ihr etwas nicht verstanden habt oder noch etwas unklar ist. Hier ist der Film:

 

Read above text while movie is loading.

 

This page last updated on July 30, 1998 12:09 PM